Phygital, eine Einzelhandelsstrategie, die physische und digitale Kanäle kombiniert, hat sich bei Einzelhändlern weit verbreitet, insbesondere seit der COVID-19-Pandemie im Jahr 2020. Diese Zeit markierte für viele Branchen einen digitalen Wendepunkt und veranlasste die Verbraucher, sich an neue Einzelhandelsmodelle anzupassen.
Vor der Pandemie steckte Phygital noch in den Kinderschuhen. Seitdem hat es jedoch verschiedene Branchen revolutioniert und bietet Einzelhändlern beispiellose Möglichkeiten, den sich wandelnden Bedürfnissen der Verbraucher gerecht zu werden. Stationäre Geschäfte integrieren nun digitale Technologien, um das Kundenerlebnis zu verbessern, während Online-Plattformen versuchen, Aspekte der persönlichen Interaktion nachzubilden.
Diese Integration digitaler Technologien in physische Räume ermöglicht nicht nur die Personalisierung von Dienstleistungen, sondern optimiert auch die Bestandsverwaltung und verbessert die betriebliche Effizienz. Verbraucher profitieren somit von einem nahtloseren und einheitlicheren Einkaufserlebnis, egal ob sie im Laden oder online einkaufen.
Kurz gesagt: „Phygital“ ist aus der modernen Einzelhandelslandschaft nicht mehr wegzudenken, bietet eine maßgeschneiderte Antwort auf die Erwartungen der Verbraucher und ebnet den Weg für den fortschreitenden Wandel der Einzelhandelspraktiken.
Phygital: Definition
Der Begriff „Phygital“ bezeichnet die Verschmelzung physischer und digitaler Umgebungen innerhalb der Customer Journey.
Dieser Trend veranlasst viele Unternehmen dazu, eine Omnichannel-Strategie zu verfolgen, um integrierte Erlebnisse zwischen dem Ladengeschäft und der digitalen Welt zu schaffen. Das phygitale Erlebnis muss konsistent und komplementär sein und den Kunden einen nahtlosen Übergang zwischen den beiden Welten bieten.
Laut einer Studie aus dem Jahr 2023 bevorzugen 72 Prozent der Verbraucher Marken, die ein nahtloses phygitales Erlebnis bieten. Dies unterstreicht die wachsende Bedeutung von „Phygital“ für die Kundenzufriedenheit und -bindung und zwingt Unternehmen dazu, ständig innovativ zu sein, um diesen Erwartungen gerecht zu werden.
Durch die Integration digitaler Technologien in physische Einzelhandelsgeschäfte können Unternehmen die Kundeninteraktion verbessern, Angebote personalisieren und die betriebliche Effizienz steigern. Phygital stellt daher eine große Chance für Marken dar, sich von der Masse abzuheben und das Kundenerlebnis zu verbessern.
Wie lässt sich das Kundenerlebnis anpassen?
Die Anpassung des Kundenerlebnisses an das phygitale Zeitalter ist für Unternehmen unerlässlich, die den wachsenden Erwartungen ihrer Kunden gerecht werden wollen. Kunden möchten die Vorteile sowohl physischer als auch digitaler Erlebnisse genießen. Sie möchten Produkte anfassen und ausprobieren und gleichzeitig den Komfort und die Schnelligkeit des Online-Shoppings nutzen.
Um diesen Bedürfnissen gerecht zu werden, müssen Unternehmen ein umfassendes und nahtloses Sinneserlebnis bieten. Dazu gehört, physische Ladengeschäfte neu zu konzipieren und digitale Technologien zu integrieren. So hat Nike beispielsweise Geschäfte geschaffen, in denen Kunden ihre Sportschuhe direkt vor Ort individuell gestalten können, wodurch die Unmittelbarkeit und Interaktivität der digitalen Welt mit dem haptischen Erlebnis der physischen Welt kombiniert wird.
Das Ziel ist es, beide Welten zu verschmelzen, um ein nahtloses und bereicherndes Kundenerlebnis zu schaffen. Digitale Tools wie mobile Apps, QR-Codes und interaktive Kiosksysteme können genutzt werden, um das Erlebnis im Geschäft zu verbessern. Auf diese Weise können Kunden Produkte auf intuitive und unterhaltsame Weise entdecken, individuell gestalten und kaufen. Durch eine solche Anpassung des Kundenerlebnisses können Unternehmen nicht nur ihre bestehenden Kunden zufriedenstellen, sondern auch einen neuen Kundenstamm gewinnen, der nach Innovation sucht.
Das Wachstum des „Drive-to-Store“-Trends
Wie bereits erwähnt, hat die COVID-19-Pandemie zur Entwicklung neuer Strategien geführt, was vor allem darauf zurückzuführen ist, dass sich Unternehmen an die außergewöhnlichen Umstände angepasst haben.
Tatsächlich haben auf den Massenhandel spezialisierte Unternehmen und bestimmte Restaurants das „Take-away“-Modell wieder in Mode gebracht. Zu diesem Zeitpunkt erlebten wir den Aufstieg zahlreicher Drive-Throughs. Einzelhandelsmarken haben diese Verkaufsmethode daher aufgegriffen und bieten sie ihren Kunden an: Diese geben im Voraus online eine Bestellung auf oder vereinbaren einen Termin und besuchen dann das Geschäft, um das Produkt zu testen, die Transaktion abzuschließen und ihre Einkäufe abzuholen.
Diese Methode erfüllte nicht nur die unmittelbaren Anforderungen an die Abstandsregeln, sondern bot den Kunden auch mehr Flexibilität und schuf so eine neue Konsumgewohnheit. Darüber hinaus hat diese Verlagerung hin zu Online-Lösungen und Abholmöglichkeiten im Geschäft es Unternehmen ermöglicht, ihren Betrieb unter Einhaltung der Gesundheits- und Sicherheitsmaßnahmen fortzusetzen. Diese Innovationen haben ihre Wirksamkeit unter Beweis gestellt und könnten auch nach dem Ende der Pandemie ein fester Bestandteil langfristiger Geschäftsstrategien bleiben.
Fazit
Product-Information-Management-Software (PIM) spielt eine entscheidende Rolle bei der Umsetzung einer „Phygital“-Strategie. Denn mit einem solchen Tool lassen sich alle produktbezogenen Informationen zentralisieren und synchronisieren, wodurch unabhängig vom genutzten Vertriebskanal korrekte und aktuelle Informationen gewährleistet sind.
So kann ein PIM beispielsweise eine Produktliste oder einen gedruckten Katalog optimieren, QR-Codes generieren und vieles mehr. Es ermöglicht eine einheitliche Verwaltung von Produktdaten über verschiedene Kontaktpunkte hinweg, sei es online oder im Ladengeschäft. Diese Zentralisierung erleichtert die schnelle und konsistente Verbreitung von Informationen, reduziert Fehler und verbessert die Kundenzufriedenheit.
Ein PIM ermöglicht es Unternehmen somit, eine Vielzahl von Vertriebskanälen effektiv zu nutzen und diese so miteinander zu ergänzen, dass ein Omnichannel-Erlebnis entsteht. So genießen Verbraucher unabhängig davon, ob sie auf einer Website stöbern, eine mobile App nutzen oder ein Geschäft besuchen, ein nahtloses und einheitliches Erlebnis.
Kurz gesagt: Ein PIM ist unverzichtbar für Unternehmen, die eine erfolgreiche phygitale Strategie umsetzen möchten, um so die Erwartungen moderner Kunden besser zu erfüllen und ihren Wettbewerbsvorteil auf dem Markt zu sichern.